Tierfotos im Stuttgarter Schlossgarten
 

Fotoausstellung "Stuttgarts wilde Papageien"
im Stuttgarter Rathaus und in der Galerie Nestel




Im Stuttgarter Rathaus:
19.Oktober - 04.November 2016
Erdgeschoss, Markplatz 1, Stuttgart
Mo. bis Fr. 8.00 - 18.00 Uhr

In der Galerie Nestel:
10. Dezember - 23. Dezember 2016
Wilhelmstraße 17, Suttgart-Bad Cannstatt
täglich 11.00 - 18.00 Uhr



Bei beiden Ausstellungen sind zwei verschiedene Jahreskalender 2017, eine neue 40-seitige Broschüre über die Stuttgarter Amazonen sowie Postkarten erhältlich. Ich freue mich auf Ihren Besuch!





Neues aus dem Rosensteinpark

Ein Feuerwehreinsatz im Park für Thea

Wie der Papageien-Experte Dieter Hoppe mir sagt, "die Lebensabschnitte des Amazonenweibchens Thea scheinen die nichtendenwollenden Sequenzen einer Dauer-Katastrophe zu sein". Ich habe schon hier in meinen Berichten über Theas Unglück im Sommer 2015 geschrieben (Darüber gibt es auch einen Artikel von Dieter Hoppe im WP-Magazin). Dann wurde ich am 5. Februar 2016 im Rosensteinpark Augenzeuge, wie Thea in der Luft von einem Habicht angegriffen wurde. Zum Glück lief die Attacke ins Leere und Thea konnte sich retten. Sie litt aber wochenlang an den Verletzungen, die von den Greifkrallen verursacht waren. (Darüber wird auch ein Artikel von Dieter Hoppe im WP-Magazin erscheinen).


Ich fand Thea in einem Schockzustand direkt nach dem Habichtangriff

Es schien auch, dass Thea psychisch stark traumatisiert war. Sie flog nicht mehr in den Park. Mit dem Beginn der Brutsaison 2016 hatte sie endlich ihr Trauma überwunden und mit ihrem neuen jungen Partner Thilo angefangen eine Bruthöhle zu suchen. Dabei hatte das neue Paar große Schwierigkeiten angetroffen, denn das alte Brutrevier von Thea war von ihrem Ex-Partner Gregorius und seiner neuen Frau Kirke während Theas Aufenthalt im Tierheim übernommen worden. Der junge Thilo (vermutlich 2-3 Jahre alt) besaß selbst noch kein Revier.


Thea und Thilo bei einer Höhleninspektion im März 2016

Am 5. Mai wurde ich erneut Zeugin, wie Thea schon wieder einer Katastrophe knapp entkommen ist! Eigentlich hatte ich mich gefreut, als ich sah, dass Thea und Thilo im alten Brutbaum von Thea im Rosensteinpark angeflogen waren. Hier hatte Thea mit ihrem langjährigen Partner Pythagoras mehrmals erfolgreich gebrütet. Da Gregorius und Kirke im Unteren Schlossgarten ihre Bruthöhle ausgesucht und angefangen hatten festzubrüten, war das Gebiet wieder frei geworden. Nun ging Thea in ihre gewohnte alte Höhle rein. Und ach Gott, sie konnte nicht mehr rauskommen!


Frühmorgens am Unglückstag hatten Thea und Thilo sich noch gepaart...

Die Schnabelspitze fehlt, damit sie am Rand der Öffnung sich festhalten kann um weiter hochzuklettern. Thea hatte beim Unfall im Sommer 2015 ihre Schnabelspitze verloren. Ich sah immer wieder ihren Kopf aus der Höhle rausgucken. Thea stützte sich mit Hilfe beider Flügel an der Wand der Höhle ab und wollte sich noch mit dem Schnabel am Rand der Öffnung hochziehen. Ihre stumpfe Schnabelspitze konnte aber leider nicht mehr richtig die glatte Rinde der Platane fassen. Immer wieder stürzte sie ins Loch ab. Thilo saß besorgt daneben, versuchte sogar mit seinem Schnabel Thea hochzuheben.


Thilo versuchte mit seinem Schnabel Thea rauszuziehen

Nach 45 Minuten Beobachtung war mir klar, dass Thea es nicht schaffen wird. Ich informierte meine Kollegin Bianca, die von der anderen Seite des Parks sich beeilte herzukommen. Sie traf unterwegs eine Polizeistreife und schickte sie zu mir. Ich sprach die Polizistin an, die zunächst mich sehr skeptisch anschaute. Bald sah sie selbst, wie Thea bei einem erneuten Versuch abgestürzt war. Sie rief die Feuerwehr an. Nach ca. 15 Minuten waren zwei Feuerwehrwagen richtig mit Martinshorn "tatüü tataa" angekommen!



Mit einer Leiter kletterte ein junger Feuerwehrmann zur Höhle, schaute rein und sagte, dass Thea blutete. Da die Höhle nur ca. 40cm tief war, versuchte er zunächst mit der Hand Thea zu fangen.



Es klappte aber nicht und wir empfahlen ihm doch einen Zweig reinzustecken und Thea selbst rausklettern lassen. Gesagt, getan. Kaum war der Feuerwehrmann wieder von der Leiter am Boden, tauchte Thea, die diese Hilfe sofort verstanden und benutzt hatte, an der Öffnung auf.



Sie schaute einmal was draußen los ist und flog gleich dann mit einem kräftigen Flügelschlag heraus! Bravo! Es erhob sich großer Beifall von den vielen Zuschauern, die mittlerweile sich um den Baum versammelt hatten. Thilo war bis das der Feuerwehrmann auf die Leiter kam ganz treu neben der Höhle sitzen geblieben und hatte sich nur am Schluss in die Hainbuche, die daneben steht, versteckt. Er schloss sich sofort an. Die beiden saßen eine Weile in der Hainbuche zusammen. Thea blutete an den Zehen, aber sonst sah sie ziemlich gesund aus.


Endlich wieder frei!

Ich hoffe, dass die dritte Geschichte Theas wie die zwei vorigen ein gutes Ende haben wird.

Am nächsten Tag traf ich Thea und Thilo beim Wachwerden auf ihrem gewohnten Schlafplatz in Bad Cannstatt. Thea sah gut erholt aus. Schon um 05.45 Uhr flogen sie vom Schlafplatz ab in einen neuen hoffentlich ruhigeren Tag hinein.

Hier ein seher netter Artikel in der Suttgarter Zeitung: "Feuerwehr rettet Papageien-Dame"



Seit etwa einer Woche höre ich jeden Tag eine Nachtigall im Park




Der Kalender 2016



Muster anschauen



Amazonenkalender in DIN4



vergriffen




eine verletzte Amazone...


26. August


Gestern kam in der Zeitung eine schreckliche Nachricht. In Bad Cannstatt soll eine verletzte Amazone gefunden worden sein. Sofort hatte Dieter Hoppe mit der Polizei vor Ort sowie dem Tierheim, wo die Amazone untergebracht wurde, Kontakt aufgenommen und bekam nähere Auskunft. Wir vermuteten, dass es sich um ein gerade flügge gewordenes ungeschicktes Junges handeln könnte. Doch im Gegensatz zu unserer Vermutung, soll der verletzte Vogel viel gelbe Farbe am Kopf und einen hellen Schnabel haben. Also geht es um eine erwachsene Gelbkopfamazone. Hoffentlich kein Elternteil, der Nachwuchs hat, dachten wir. Penelope, Mamagei oder Gustav sind zum Beispiel reine Gelbkopfamazonen mit Kindern. Der Vogel blutete am Schnabel und konnte nicht fliegen, „er plumpst wohl von der Stange wie ein Stein“ , hieß es.
Dieter bot mir an heute morgen mit ihm zusammen im Tierheim die verletzte Amazone zu besuchen.

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Wird die Platanenallee S21 überstehen ?


Die Felix Mendelssohn Allee im Unteren Schlossgarten, die einfach als "Platanenallee" bekannt ist, ist ohne Frage das Herz der ganzen Parkanlage in Stuttgart. Sie ist einmalig nicht nur wegen ihrer majestätischen Schönheit sondern auch als besonderer Brutplatz für die Hohlenbrüter wie Hohltauben, Dohlen, Gelbkopfamazonen oder Waldkäuze.

In der letzten Zeit besonders während meiner Ausstellung wurde ich oft gefragt ob die Allee von dem Projekt Stuttgart 21 verschont bleibt. Mittlerweile sind die Bürger richtig skeptisch geworden gegenüber den politisch Verantwortlichen ! Sie glauben nicht mehr wortlich was erzählt wird.

Zunächst gibt es keinen Abholzungsplan für die Allee. Trotzdem kann ich keine totale Entwarnung geben. Kürzlich wurde ich vom BUND gefragt über die Möglichkeit Nistkästen für die Brutvögel der Platanenallee aufzuhängen. Der Grund dafür war tatsächlich weil es zu befürchten ist, dass die Platanenallee wegen der Bauarbeiten besonders des Wassermanagements für S21 Schäden nehmen könnte und die Vögel dort ihre Brutmöglichkeiten verlieren könnten.

Im Rahmen der Arbeiten für das Projekt Stuttgart 21 wird eine riesige Menge vom Grundwasser abgepumpt. BUND warnt, dass durch diese Wasserentnahme die ca. 700 Bäume in gesamtem Park im Trockenen sitzen und aussterben können.

Aber die Gefahr für die Platanenallee, die in tieferer Lage sich befindet, ist anders. Dem BUND nach sollen alle Fachbehörden einräumen, dass durch die Infiltration der Grundwasserspiegel dort ansteigen und die Platanen in der Allee Schaden nehmen könnten. Dort befindet sich der Grundwasserspiegel jetzt schon nur knapp 2 Meter unter der Geländeroberkante. Bei einem nur geringfügigen Anstieg würden die Wurzeln der Platanen im Wasser stehen und dadurch rasch absterben. Bei Bäumen ist die Gefahr des schnellen Erstickens durch Ertrinken viel gefährlicher als das langsame Austrocknen - dies kann man auch an vielen Zimmerpflanzen studieren.

Mehr Information über das Wassermanagement vom BUND

Das Grundwasser Management wurde juristisch mit der Genehmigung der 7. Planänderung im September 2014 legitimiert. Die Genehmigungsbehörde Eisenbahn Bundesamt (EBA) argumentiert, dass mit einem verschärften Monitoring man die Gefahren für die Allee minimieren kann...

Also ausgeschlossen sind sie nicht.


Ein Mittelspecht in der Platanenallee - Juni 2014
Gelbkopfamazonen auf der Wiese vor der Platanenallee - März 2015